Die zweite Woche unseres Ostkanada-Urlaubs im Herbst 2023 verbrachten wir in der Provinz Ontario. Den Bericht über die erste Woche in Québec findet ihr hier.
Tag 9 – 08.10.2023
Gefahren: 0 km
Übernachtung: Ebenfalls im Sonder The O’Connor, Ottawa, wie auch in der Nacht davor
Das Wetter hatte sich verschlechtert, es war richtig kalt und mit der feuchten Luft dazu ziemlich ungemütlich. Uselig, wie man hier bei uns am Rhein sagt. Dem Sohn ging es etwas besser, aber ich war froh, dass wir keinen Fahrtag vor uns hatten, sondern etwas länger schlafen und eine Weile in der Unterkunft verbringen konnten, ohne rausgehen zu müssen. Am Vormittag waren dann nur mein Mann und die Tochter in der Stadt unterwegs, meinen Sohn nahmen wir dann am Nachmittag auch ein bisschen an die frische Luft.


Eigentlich hatten wir vor, “ordentlich” Sightseeing zu betreiben und vielleicht auch mit dem Amphibien-Fahrzeug zu fahren (Sightseeing per Bus und auf dem Wasser, im gleichen Fahrzeug), aber bei dem Wetter und mit der Erkältung, nee. Dann nur ein bisschen spazieren und einige Eindrücke sammeln.


Ich kann nicht mal richtig genau sagen, was wir da eigentlich alles gesehen (und fotografiert) haben, es war mir so gar nicht nach Sightseeing, sondern eher nach einem gemütlichen Tag im Warmen – was draußen an dem Tag definitiv nicht gegeben war. Aber ich glaube, im ersten Bild oben ist ein Teil des Parlamentsgebäudes zu sehen und weiter unten der Rideau Kanal, auf dem die Einwohner gerne im Winter mit den Schlittschuhen fahren, wenn’s richtig kalt (und zugefroren) ist.
Richtig fit war ich auf jeden Fall selber immer noch nicht, die Ohren taten immer noch weh und das sollte sich den ganzen Urlaub lang andauern…
Immerhin fand ich ein bisschen Wärme in einem Papier- und in einem Buchladen, das musste sein zwischendurch ;-).



Auf jeden Fall hatten wir das Gefühl, dass Ottawa ziemlich überschaubar war, und ein guter Mix aus Altem und Neuem.


Am Abend gab’s dann etwas vom Mexikaner um die Ecke (der Unterkunft), und ab ins Bett – der nächste Tag sollte wieder ein Fahrtag sein. Zum Glück ging es allen dann ein bisschen besser (und mein Mann war immer noch gesund).
Tag 10 – 09.10.2023
Gefahren: ca. 240 km
Übernachtung: Algonquin East Gate Motel – Am östlichen Ende des Algonquin Provincial Parks gelegen. Super einfach, etwas in die Jahre gekommen, aber sauber. Wir bekamen Zimmer Nr. 1, direkt neben der Rezeption. Die Mitarbeiterin war sehr nett und auch sehr hilfreich (wir hatten vorab um einen Föhn gebeten, der lag dann direkt im Zimmer bei Ankunft, ein Wasserkocher wurde uns auch problemlos auf Wunsch zur Verfügung gestellt – es gibt nur eine Kaffeemaschine im Zimmer). Zwei-drei Restaurants waren fußläufig zu erreichen.
Nach Ottawa begleitete uns weiterhin das kalte Wetter und die dicken Wolken, Regen kam dann auch dazu.

Hinter Ottawa gab’s dann wieder fast nur Natur, kleine Orte (zum Teil bereits für Halloween geschmückt) und fast leere Straßen…


Die Fahrt, besonders an diesem Tag, fanden wir ziemlich anstrengend. Leere Straßen machen irgendwie super müde. Zwischendurch fanden wir einen Café und machten Pause zum Wachwerden (auch, wenn eine 240 km lange Strecke nicht super lang ist und auch nicht anstrengend sein sollte).
Im Motel machten wir uns soweit es ging gemütlich mit etwas Tee (dank des zur Verfügung gestellten Wasserkochers) und gingen früh zu Abend essen. Auch hier, wie auch vom Abend davor, erinnere ich mich leider nicht mehr, wie das Restaurant hieß.
Tag 11 – 10.10.2023
Gefahren: ca. 100 km
Übernachtung: Fairy Bay Lakehouse in Huntsville (größere Stadt westlich und außerhalb des Algonquin Parks). Sauberes Zimmer und Bad. Cookies und Muffins und Wasser als Willkommenspaket im Zimmer. Küche und Aufenthaltszimmer im Haus vorhanden. Direkt am See. Viele Restaurants in wenigen km Entfernung in Huntsville. Wir hätten sogar kostenlos mit dem Kanu auf dem See direkt am Haus herumpaddeln können, wenn wir das gewollt hätten!
Für den Tag hatten wir uns den “Algonquin Corridor” vorgenommen, das ist das Teil des Highways 60, das durch den südlichen Algonquin Provincial Park führt.
Aber erst einmal mussten wir in den Park rein. Dafür braucht man eine Genehmigung (Daily Vehicle Permit), die wir rechtzeitig besorgt hatten. Es ist so, dass der Park während des Indian Summers besonders beliebt ist, sodass der Park diese Permits verkauft, um die Besucherströme zu kontrollieren und reduzieren. Man kann diese Permits ab 5 Tage vor dem gewünschten Datum hier kaufen, und die sind sehr schnell weg. Ich weiß es nicht, wie das im Sommer aussieht, ob man im Algonquin auch Permits braucht, aber im Herbst ist das definitiv so.


Wir wollten an dem Tag entlang einiger kleinen Trails laufen, wir hatten uns bereits zu Hause darüber informiert und uns einige ausgesucht. Das Wetter war weiterhin nicht toll und in der Nacht davor hatte es in der Gegend sogar geschneit, sagte uns die Mitarbeiterin des Motels, aber vom Schnee war im Park nicht zu sehen.
Die erste kleine Wanderung, die wir machten, war im Logging Museum. In diesem Open-Air Museum erfährt man sehr viel über die Holzfäller in der Vergangenheit und der Gegenwart und gleichzeitig macht mal einen schönen ca. 1,5 km langen Spaziergang bzw. eine kleine Wanderung durch den Wald (ich liebe Waldluft, vor allem, wenn Nadelbäume vorhanden sind).
In so einer einfachen Hütte lebten z.B. die Holzfäller früher. Feuerstelle in der Mitte und bunk beds / Etagenbetten drumherum. Keine Fenster.



Nach dem Besuch im Logging Museum fuhren wir weiter.


Wir machten dann einen Abstecher nach rechts Richtung Lake Opeongo. Die Straße hat nicht mal einen Namen, sie ist schmal und man darf mitunter nur 40 kmh fahren. Wir hofften aber, wegen der Abgelegenheit Tiere zu sehen (wer weiß, vielleicht sogar Moose). Aber nein, auch hier sollten wir keinen Glück diesbezüglich haben. Nur einige Gänse / Enten (??) auf einem See.


Im kleinen Geschäft am Opeongo See kauften wir uns erst einmal heiße Schokolade und Handschuhe für die Kinder. Aufwärmen, die Aussicht und die Ruhe genießen, weiter gehen bzw. fahren.


Der nächste Stopp war dann der Beaver Pond Trail, diesmal standen 2 km durch den Wald vor uns. Nieselregen wechselte sich mit ein bisschen Sonne ab.



Beaver Pond Trail – na, wenn wir schon keine Biber auf dem Trail bzw. am Wasser zu sehen bekamen, dann zumindest einen Biberdamm, das hier unten in den nächsten zwei Fotos. Ich kann nicht beurteilen, ob das groß oder klein war (wobei, ich kann mir schon vorstellen, dass es auch deutlich größere gibt), aber wir freuten uns dennoch, so was mal gesehen zu haben. Aber wie es auf dem Schild am Anfang des Trails stand, haben Biber den Amikeus See dort und auch einen Teich “geschaffen”.


Die meisten roten Blätter waren “dank” des ausgiebigen Regens in den Tagen davor weg, die Wanderwege entsprechend feucht. Aber wir hatten Wanderschuhe an, die sind bei uns Pflicht bei solchen Wanderungen, daher hatten wir kein Problem mit dem Untergrund.

Zu Mittag machten wir Pause im mehr oder weniger einzigen (?) Restaurant des Parks – Lake of two Rivers Café. Ich hatte einen Elchburger (samt Suppe für etwa 21$) sowie Pommes. Das war schon sehr lecker. Dafür war der Caesar’s Salad meines Mannes sehr einfalls- und lieblos. Und mit fast einer Stunde Warten aufs Essen (ziemlich chaotisch der Laden, aber es gab auch sehr viele Touristen da) definitiv ein No-Go. Vielleicht, wenn weniger Gäste da sind, aber das dürfte wohl kaum der Fall sein.

Eigentlich hatten wir dann noch weitere 2-3 Trails auf dem Programm, entlang deren wir wandern wollten, es regnete mittlerweile nicht mehr nur ab und zu oder nur ein wenig, sondern ordentlich. Angesichts des Gesundheitszustandes (deutlich besser bei den Kindern und bei mir, aber immer noch “na ja”) entschieden wir, nicht noch stundenlang durch den Regen zu laufen, sondern weiter zu fahren. Bei Sonne bzw. bei zumindest trockenem Wetter hätten wir die kleinen Wanderungen noch gemacht. Aber so oder so waren die meisten roten Blätter im Park weg und es sah nicht so “richtig toll” bzw. nach dem Indian Summer aus, wie wir uns das Ganze vorgestellt hatten (und wie wir Glück hatten, vor Tadoussac zu erleben).

Wir kamen also bereits am Nachmittag bei unseren nächsten Unterkunft an, entschieden aber, obwohl der Regen wieder aufgehört hatte, keine Runde mit dem Kanu auf dem See vor der Pension zu drehen. Wir kochten dafür aber Tee und aßen die bereitgestellten Kekse und Muffins – lecker :-). Am Abend gab’s dann Pizza bei einem Pizza Hut To-Go Laden.

Tag 12 – 11.10.2023
Gefahren: ca. 344 km
Übernachtung: Hilton Niagara Falls – wir hatten extra ein bisschen mehr bezahlt für ein Zimmer mit Wasserfall-Blick. Wir bekamen eins im 18. Stock mit Blick auf die American und Bridalveil Falls (es gibt 3 Niagara-Fälle: die American Falls und die kleinen Bridalveil Falls auf US-Gebiet, sowie die Horseshoe Falls auf der Grenze zwischen USA und Kanada). Das Zimmer war leider direkt neben dem Pool – auf dem Flur gab’s daher einen sehr starken Chlor-Geruch, im Zimmer zum Glück und überraschenderweise nicht. Hellhörig war’s aber (haben die ganze Nacht die Aufzüge gehört). Parken unter dem Hotel für 35 kanadische $ (statt den auf der Tafel vor Ort angekündigten 65-70$). Mitunter super lange Schlangen beim Check-In.

Vom Algonquin Park zu den Niagarafällen hatten wir also einen ordentlichen Fahrtag vor uns. Immerhin war es wieder trocken und wir merkten, dass je mehr wir nach Süden kamen, desto weniger “Herbst” zu sehen war. Der Indian Summer war südlich von Toronto noch nicht richtig da (und dafür im Algonquin fast vorbei).
Apropos Toronto: um zu den Niagarafällen zu kommen, mussten wir erst einmal am Großraum Toronto vorbei. Große Highways und viel Verkehr – kein Wunder, das ist die größte Stadt Kanadas.
QEW unten rechts im Bild steht übrigens für Queen Elizabeth Way.

Im Hotel angekommen, das Auto geparkt, die Aussicht aus dem Zimmer betrachtet. Ich will hier nicht sagen “bewundert” bei dem vielen Beton, aber spannend war es schon irgendwie. Room with a view. Unten links im Bild steht der Skylon Tower, rechts daneben die Brücke nach USA, wiederum rechts daneben die American Falls und ganz rechts im Bild neben dem Haus mit der grünen Glaskuppel Gischt von den Horseshoe Falls. Ganz rechts ist unser Hotel von außen.

Wir machten uns dann auf den Weg zu den Fällen, hier der Blick zu den American Falls, der schmale Wasserfall rechts sind die kleinen Bridalveil Falls (also Brautschleier Fälle).


Die Horseshoe Falls auf der kanadischen Seite – irgendwie nicht sooo laut, wie ich sie mir vorgestellt hatte, aber schon beeindruckend:
Wir wollten absichtlich keine “Ausflüge” mit dem “Maid of the Mist” Boot o.ä. machen, naß wurden wir in den letzten Tagen genug vom Regen. Auf einem kleinen Boot (siehe Bild oberhalb des Filmes) ganz nah am Wasserfall zu sein, das reizt mich eh nicht. Wasser ist nicht so mein Element…
Fürs Abendessen hatten wir schon länger im Voraus einen Tisch im Drehrestaurant an der Spitze des Skylon Towers gebucht, das Foto hier ist von dort aus gemacht. Man sieht die Autobrücke zwischen Kanada (links) und USA (rechts) ganz gut.

Und hier noch einmal die American und die Bridalveil Falls, weiter unten die (für mich schöneren) Horseshoe Falls.


Und hier der Blick zu allen drei Wasserfällen:

Das Abendessen hatten wir als “Dinner” und nicht als “Buffet” gebucht. Skylon Tower an sich sieht ziemlich alt aus. Das Restaurant war packevoll, entsprechend laut und damit mit Kantinen-Charme. Die Tische sind in zwei Kreisen angeordnet, die meisten am Fenster, die anderen in einem inneren Kreis. Die Preise: absolut überteuert (ok, der Eintritt im Turm ist da mit drin), etwa 40€ für Lachs (gut), 60€ für eine Portion Hummer (ok), Steak für etwa 50€ (na ja… – weder in Fleischqualität, noch in Zubereitung & Geschmack annähernd so gut wie beim Argentinier des Vertrauens hier). Dazu eine Tonne Brokkoli als Beilage und einige verschrumpelte Kartoffeln bzw. Reis. Der Blick ist schon klasse, aber die Essenpreise gar nicht. Das war uns schon vorab klar, aber im Nachhinein würden wir „nur“ die normale Aussicht buchen und nicht das Essen. Ich weiß es nicht, wie es beim Buffet aussah (preislich und von der Essenqualität her).


Tag 13 – 12.10.2023
Gefahren: ca. 130 km
Übernachtung: Cambridge Suites, Toronto. Downtown auf der Richmond St E. Etwas altmodisch aber mit genug Platz (2 Queen Betten und ein Sofa im „Wohnzimmer“, Küchenzeile mit Kaffeemaschine, kleines Bad). Kein Frühstück, aber die bieten morgens Kaffee und Muffins an (nicht in Anspruch genommen). 25 Minuten zu Fuß zum CN Tower, einige (aber nicht viele) Restaurants in der Nähe. Parkhaus unter dem Hotel für 27$ / Nacht.
Das Wetter war endlich wieder besser und sogar etwas sonnig, sodass wir beschlossen, wieder zu den Fällen zu laufen und die sonnige Aussicht zu genießen. Aber hier noch ein Bild des Skylon Towers aus der Nähe.

Das Licht war eindeutig besser zum Fotografieren und wir blieben eine Weile am Ufer und beobachteten das Treiben (des Bootes).


Später machten wir uns auf dem Weg Richtung Toronto, wir wollten aber unbedingt noch in Niagara-on-the-Lake anhalten. Ich hatte schon im Vorfeld gelesen, dass das ein süßes Städtchen ist und das stimmt auch. Nicht nur der Ort selbst, sondern auch die Fahrt dahin ist toll (vorbei an hübschen Häusern und vielen Obst- und Weinplantagen).
Und bei dem Wetter sah das erst recht schön aus :-).


Wir parkten (Zahlung per App) in der Nähe des Lake Ontario – Wasser, soweit das Auge reicht. Man glaubt für eine kurze Weile, das könnte das Meer sein (ist dafür aber zu ruhig).

Das Städtchen ist schon ziemlich touristisch, aber das nimmt nichts vom Charme weg. Wirklich schöne Häuser und tolle Shops – wir liefen eine lange Weile hin und her auf der “Hauptstraße”, aßen sogar ein Eis, wenn ich mich richtig erinnere, und genoßen das warme Wetter (was für ein krasser Unterschied diesbezüglich zu einigen Tagen zuvor!).



Ich mag Gebäude mit leuchtenden Farben und ich glaube, das war so etwas wie ein Weihnachtsladen:


Das Prince of Wales Hotel, schön herbstlich geschmückt:

Dann machten wir uns weiter auf den Weg Richtung Toronto und beschlossen ziemlich spontan, bei einem Shopping Outlet anzuhalten. Das Simon Toronto Outlet ist relativ klein und war nicht stark besucht (obwohl der Parkplatz packevoll war). Wir hatten Glück, einige gute Rabatte zu erwischen (50% bei Hilfiger z.B., 30-40% bei CK und Kate Spade), aber alles in allem war das nicht vergleichbar mit z.B. Woodbury Common bei New York, ebenfalls von Simon. Dennoch: der Stop dort und die Einkäufe haben sich gelohnt. Mittagessen gab’s dann im Outlet (die üblichen Food Court “Verdächtigen”).
Noch weiter auf dem Weg nach Toronto: eine komplett leere Autobahn zwischenzeitlich (im krassen Gegenteil zum Tag davor), schönes Licht und im Sonnenuntergang glänzende Stadt Mississauga mit ihren “gedrehten” Türmen, kurz vor Toronto:


Wir erreichten Toronto kurz vor der Dunkelheit, gerade rechtzeitig, dass die Hochhäuser noch in den letzten Lichtstrahlen glänzten – ich mag das zweite Bild hier darunter besonders, mit dem rot leuchtenden CN Tower :-).


Tag 14 – 13.10.2023
Gefahren: 0 km
Übernachtung: ebenfalls Cambridge Suites, Toronto, wie in der Nacht davor.
Wir hatten uns ein Downtown-Hotel ausgesucht, sodass wir das Auto im Parkhaus lassen und einiges bzw. das meiste zu Fuß erledigen konnten.
Das hier ist die Old City Hall, also das alte Rathaus. Hat was – auch in Kombination mit den modernen Gebäuden drumherum.



Nachdem wir auch das Toronto-Schild gesehen haben, liefen wir Richtung Wasser bzw. Richtung CN Tower. Unser Sohn ist weiterhin ein Fan von hohen Gebäuden und Türmen (obwohl er Höhenangst hat), also stand der CN Tower schon lange auf seiner “to-see” Liste.


Mit seinen 553 m war der Fernsehturm 1975 die höchste freistehende Struktur der Welt. In der Lobby fanden wir die kanadische Flagge mit dem Ahornblatt zusammengestellt aus diversen kanadischen Symbolen – eine richtig coole Idee, die wir auch in Vancouver entdeckt hatten.

Wir hatten hierfür keine Tickets im Voraus gekauft, es war aber kein Problem, mehr oder weniger sofort nach oben fahren zu dürfen.
Die Aussicht von so einer Höhe ist natürlich toll (ok, ok, die Aussichtsplattform ist nicht so hoch wie der Turm, sondern “nur” 346 m hoch), schade nur ein bisschen, dass man kaum Wahrzeichen kennt bzw. erkennt, wie das z.B. in New York, Paris oder London der Fall wäre. Der Turm selbst ist ja DAS Wahrzeichen der Stadt.
Aber auch so war’s toll.


Rogers Centre, direkt neben dem CN Tower: in dem Stadion mit abschließbaren Dach spielen die Toronto Blue Jays Baseball (den Eingang zum Stadion konntet ihr einige Bilder weiter oben sehen).

Auch ein kleiner Flughafen (Billy Bishop City Airport). direkt neben dem Lake Ontario kann man von oben sehen. Der See ist übrigens eins der fünf “Great Lakes” Nordamerikas, mit beachtlichen 19.000 km2 von der Fläche her trotzdem der kleinste.

Mein Sohn und ich kauften uns dann auch Tickets, um noch weiter nach oben im Turm fahren zu dürfen, zum SkyPod (447 m hoch). So richtig hat sich das aber nicht gelohnt, man sieht mehr oder weniger das Gleiche wie aus der Plattform 33 Etagen weiter runter, nur halt kleiner.
Das hier – “EdgeWalk” – hätte um die 125€ gekostet und auch, wenn das nur 10€ gekostet hätte, das wäre nichts für mich. Und was ist mit euch?

Wieder unten… Eigentlich wollten wir die Fähre zu den Toronto Inseln nehmen, es fuhr aber nur eine der drei Fähren und auf den Inseln wäre nur ein einziges Restaurant geöffnet gewesen. Wir haben also darauf verzichtet – im Sommer hätten wir das aber wahrscheinlich gemacht.
Wir machten uns dann auf dem Weg Richtung Altstadt – mit coolen Statuen und Brunnen und der Hockey Hall of Fame.


Auch haben sie ein Gebäude, das ziemlich ähnlich dem New Yorker Flatiron Building aussieht, nur in kleiner und in Rot: das hier ist das Gooderham Building im St Lawrence Viertel.

In der Nähe des Gooderham Buildings ist das St Lawrence Market. Ich hatte Nettes darüber gelesen und wollte es unbedingt sehen, denn irgendwie mag ich Markthallen. Aber, hmmm. Es roch stark nach Fisch und besonders sauber sah das Ganze nicht aus. Ich habe deutlich schönere Markthallen gesehen, also persönlich kann ich das hier nicht empfehlen. Obwohl, hey, die hatten Oktoberfest-Würste (s. unten) ;-).


Nach dem Mittagessen in einem Food Court in der Nähe des Hotels wollten die Kinder eine Weile Pause machen, mein Mann fuhr mich dann zu einigen Papeterien, die ich noch besuchen wollte (mit den Öffis hätte ich zu lange gebraucht und in dem verrückten Verkehr in Toronto wollte ich nicht selber fahren). Die Gegend um Queen St West sah wieder komplett anders aus als Downtown bzw. der St Lawrence Viertel – kleine, ältere Häuser und irgendwie hippie / quirky.

Apropos Verkehr in Toronto, vor allem Downtown: ich sage nur Baustelle, Baustelle, Baustelle und Einbahnstraße, Einbahnstraße, Einbahnstraße…

Für den letzten Abend machten wir uns auf dem Weg zu Fuß vom Hotel aus, um etwas Nettes zum Abendessen zu finden. Es sind per se nicht viele Restaurants in der Gegend, aber wir fanden dennoch etwas: Cantina Mercatto. Ein Italiener mit einem gewissen Twist und stilvoll dekoriert, lecker und mit einer extrem aufmerksamen Bedienung. Der Laden war voll, wir hatten also Glück, auch ohne Reservierung einen Tisch zu bekommen. Das war auf jeden Fall mal was anderes (auch, wenn das “nur” ein Italiener war) und als letztes Abendessen ein toller, zufälliger Fund.
Tag 15 – 14.10.2023
Gefahren: ca. 52 km
Übernachtung: im Flugzeug
Unser Flug nach Frankfurt sollte erst am Abend gehen. Wir hatten irgendwie keine große Lust auf Sightseeing mehr, also beschlossen wir sehr spontan, nach dem Check-out im Hotel noch einmal zum Outlet zu fahren und uns die Zeit dort zu vertreiben, bis wir zum Flughafen mussten.
Hier noch einige Bilder von Toronto Downtown – Glas und Stahl, soweit das Auge reicht…

Und sonst so…
Mietwagenrückgabe – Erfahrung mit Avis bei Autorückgabe am Flughafen Toronto: Abgabe an sich ok… bis auf die Tatsache, dass ich leider einen Geldbeutel in der Klappe zwischen den Vordersitzen im Auto vergaß. Kurz darauf habe ich das im Terminal gemerkt, wir sind zu Avis zurückmarschiert und haben das gemeldet. Das Auto wurde bereits weggefahren zur Reinigung, der Geldbeutel wurde aber gefunden und zum Schalter zurückgebracht. Ohne das darin enthaltene Bargeld (um die 70-100€)… Wieder dem Agent am Schalter gemeldet… Avis wollte dann recherchieren, wer an dem Auto bei der Reinigung „dran“ war, es wurde ein Protokoll erstellt und… natürlich haben wir nichts mehr von denen gehört. Wir hätten denen eigentlich einen Finderlohn gegeben, wäre das Geld noch drin gewesen. Selbst schuld am Ende des Tages und das ist wohl der Preis, den man für so etwas zahlt, darf aber trotzdem nicht passieren… am Ende aber gut, dass die ganzen Ausweise und Karten im Geldbeutel noch da waren, das hätte mehr (und mehr Nerven) gekostet, als das Bargeld.
Rückflug – Der Flug (wieder mit Air Canada) zurück verlief problemlos (und fand statt), was wir nach der SMS „es gibt Verspätung wegen einer unplanmäßigen Wartung“ bereits Stunden vorm Abflug nicht mehr zu hoffen gewagt hatten – wir rechneten bereits mit einer weiteren Stornierung. Das Essen auf dem Rückflug war deutlich schlechter als auf dem Hinflug – beide Male zwar „chicken or pasta“ und ein Snack als Frühstück / Abendessen, aber schlechter in Qualität und Geschmackserlebnis als auf dem Langstrecken-Hinflug. Und wir haben selten so eine „abgerockte“ (d.h. völlig veraltete) Kabinenausstattung gesehen, obwohl der Flieger gerade einmal 6.5 Jahre alt war.
Parken Flughafen Frankfurt – Wir hatten uns wegen des im ersten Post beschriebenen Szenarios per Rufknopf bei der Parkhaus-Verwaltung vor dem Ausfahren gemeldet und wurden netter- und kulanterweise trotz der früheren Einfahrt ohne Aufpreiszahlung aus dem Parkhaus gelassen. Top!!!
Essen & Trinken: zu den einzelnen Restaurants und Cafés, die ich irgendwie erwähnenswert fand, habe ich bereits etwas gesagt. Außerdem kann ich sagen, dass mich persönlich der Kaffee bei Tim Hortons weder in Geschmack, noch in der Auswahl überzeugt hat (dafür war deren heiße Schokolade aber sehr lecker). Da bleibe ich lieber bei Starbucks (wenn ich „Ketten-Kaffee“ trinken muss).
Aktivitäten: Insgesamt haben wir leider weniger unternommen, als geplant (z.B. Wanderungen), weil wir ja ab ca. Tag 5 krank waren. Aber auch so haben wir einen guten Eindruck bekommen, denken wir. Nationalparks haben wir nicht besucht (außer Tadoussac mit den Walen, das ist ja Teil eines NPs nach meinem Verständnis), aus Zeit- und Krankheitsgründen, obwohl einige auf meiner Liste standen.
Tanken: Die Benzinpreise lagen zwischen 1,47 (kanadische) $ und 1,76$, zum Teil mit diesem Unterschied innerhalb wenigen km, aber insgesamt teurer in der Provinz Québec und am günstigsten in Toronto.
Die Kanadier sind weiterhin sehr nett (wie wir es auch 2017 bereits selbst erlebt hatten) aber eher in Ontario (zum Teil ultranett) als in der Provinz Québec. Da waren sie eher kühl-französisch und distanzierter.
Wir haben keine Menschen in der Provinz Québec getroffen, die nicht Englisch sprachen – zum Teil mehr schlecht als recht, aber sie sprachen es. Obwohl mein Französisch noch passabel ist (wobei, ich verstehe mehr, als ich sprechen kann), ist mein Englisch fließend und somit spreche ich es eindeutig lieber.
Wir haben sehr wenige Wohnmobile unterwegs gesehen (und eher in Ontario als in Québec), wahrscheinlich, weil viele Campingplätze schon für den Winter geschlossen waren. Obwohl es zum Teil tagsüber warm war, war es abends / nachts mitunter sehr frisch und ich weiß nicht, ob wir es in einem Wohnmobil noch gemütlich gehabt hätten (es sei denn, wir hätten geheizt).
Außer sehr vielen Eichhörnchen (schwarze und einige graue) und gelegentlich Gänse / Enten haben wir keine Tiere gesehen. Mal wieder (in BC und AB vor sechs Jahren keine Bären, keine Moose). Leider…
Fazit
Der Indian Summer ist definitiv einen Besuch wert. Die Farben sind der Wahnsinn, vor allem, wenn die Sonne scheint, aber auch bei schlechtem Wetter ein tolles Spektakel. Man kommt nicht mehr aus den „Ahs“ und „Ohs“ heraus – besonders bei Seen (da sieht es dank der Spiegelung noch besser aus). Ein Paradies für Leute, die das mit ihrer Drohne „von oben filmen“ können, da, wo es erlaubt ist. Schade nur, dass dann in Ontario die meisten roten Blätter wegen des vielen Regens schon weg waren und das Wetter auch nicht so mitspielte.
Alles in allem und trotz aller Hindernissen, Problemen und der Krankheit war das aber eine schöne Reise. Kanada ist meiner Meinung nach immer eine Reise wert, ob im Westen oder Osten, und wir freuen uns, wenn wir dieses tolle Land irgendwann mal wieder besuchen können!
Die Sache mit der Transparenz: die Restaurants, Unterkünfte und Unternehmungen, dich ich hier erwähne, sind übrigens (aus Überzeugung und nach viel Recherche) selbst gebucht und in voller Höhe selbst bezahlt. Ich erhalte dafür kein Geld, wenn ich darüber schreibe. Wie heißt das so schön? #werbungnichtbeauftragtnichtbezahlt



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